Nachhaltigkeit im Unterricht
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Plastik – Fluch und Segen Teil 10: Plastikkrise und der globale Norden – Littering

In den meisten Ländern Europas, in Australien und in Nordamerika gibt es ein gut funktionierendes Abfallmanagement. Trotzdem werden Abfälle achtlos und oft bewusst im öffentlichen Raum liegengelassen oder weggeworfen. Man nennt das auch „Littering“, ein Begriff aus dem Englischen, für den es im Deutschen kein Äquivalent gibt.

Littering ist die größte Ursache für Emissionen im Globalen Norden. In Nordamerika, Australien und den Ländern Europas gelangen so bis zu 0,1 Millionen Tonnen Plastikmüll jährlich in die Umwelt.
Als Konsequenz des veränderten Konsum- und Ernährungsverhaltens, der Zunahme an Verpackungsmaterialien und der zunehmenden Nutzung des öffentlichen Raumes hat das Littering in Deutschland in den letzten zehn Jahren stark zugenommen.

Folgen des Litterings

1. Ökologische Folgen:

Die Folgen reichen von Vergiftungen über Verletzungen bis hin zu Schäden an Ökosystemen. Sowohl die Gegenstände als auch daraus freigesetzte Chemikalien können Pflanzen und Tieren schaden. Werden Pflanzen z. B. teilweise oder vollständig vom Müll abgedeckt, hat das eine Einschränkung der Fotosyntheseleistung zur Folge, die dazu führen kann, dass die Pflanzen absterben. Tiere können durch Schadstoffe im Boden oder im Wasser Vergiftungen erleiden. Der Kontakt mit den Gegenständen oder deren Aufnahme können zu Verletzungen führen.
Außerdem werden gelitterte Gegenstände nicht in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt, was eine Verschwendung von Ressourcen bedeutet.

2. Ökonomische Folgen:

Laut einer Studie des Umweltbundesamts belaufen sich in Deutschland die Kosten für die Sauberhaltung des öffentlichen Raumes in Städten und Gemeinden auf etwa 434 Millionen Euro im Jahr. Zur Sauberhaltung gehören: die Leerung öffentlicher Abfallbehälter, das Sammeln von Müll im öffentlichen Raum und die Entsorgung des Mülls.

3. Ästhetische und gesundheitliche Folgen:

Verdreckte Bürgersteige und Parks sowie verdreckte öffentliche Plätze und Spielplätze sind eine optische Belästigung und oft auch eine Geruchsbelästigung. Das wirkt sich nachweislich negativ auf unser Wohlbefinden aus.
Abfälle ziehen außerdem Tiere an, wie z. B. Ratten auf der Suche nach Nahrung, denn Müll ist eine leicht zu erschließende Futterquelle. Ratten sind Überträger von mehr als 50 verschiedenen zoonotischen Krankheitserregern wie z. B. Leptospirose, Tollwut, Hantavirus und Salmonellen. Meist werden diese Krankheitserreger über Ausscheidungen wie Kot, Urin und Speichel übertragen. Darüber hinaus sind Ratten oft Träger von Zecken und Flöhen, die wiederum andere Krankheitserreger übertragen können.
All das mindert die Lebensqualität und das Sicherheitsgefühl. Die Standortqualität wird herabgesetzt. Das kann auch einen Rückgang des Tourismus bedeuten. Saubere Städte hingegen ziehen Besucher an.

Im Unterricht

  1. Die Lernenden erklären mit eigenen Worten, was mit Littering gemeint ist.
  2. Die Lernenden geben Orte in ihrer Umgebung an, die besonders vom Littering betroffen sind.
  3. Die Lernenden nennen eine typische Ausrede für eine Person, die gerade ihren Müll weggeworfen hat.
  4. Die Lernenden bearbeiten die Tabelle „Ausrede – Gegenrede“ (s. Arbeitsblatt).
  5. Die Lernenden recherchieren im Internet, was der Begriff „Broken-Window-Effekt“ bezogen auf das Littering bedeutet.

Zum Download

Auf den Punkt gebracht

  • Littering ist die größte Ursache für Plastikmüllemissionen in den industrialisierten Ländern.
  • Littering hat in Deutschland in den letzten zehn Jahren stark zugenommen.
  • Littering schadet allen Lebewesen in vielfältiger Hinsicht, z. B. durch Schadstoffe, die in den Boden, die Gewässer und in die Luft gelangen.
  • Littering zieht für Städte und Gemeinden erhebliche Kosten nach sich.
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Über die Autorin

Ulla Pörtner

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