Hinweis: Wenn im Folgenden von Plastikmüll gesprochen wird, ist damit Makroplastik gemeint, also Plastikteile mit einer Größe von mehr als 0,5 cm.
Dieser Artikel ist der 7. Teil einer Reihe von Beiträgen zum Thema „Plastik – Fluch und Segen“, die in ihrer Gesamtheit die theoretische Grundlage für eine vollständige Unterrichtsreihe bilden.
Globale Plastikverschmutzung – erschreckende Zahlen
- Die weltweite Plastikproduktion ist von etwa 1,5 Mio. Tonnen im Jahr 1950 auf etwa 413,8 Millionen Tonnen im Jahr 2023 angestiegen (siehe auch Blogbeitrag 3 „Plastik- Massenprodukt und Multitalent“ dieser Reihe).
- Parallel dazu stieg auch die Menge des Plastikmülls an. Sie betrug im Jahr 2022 (2020) weltweit etwa 267,7 Mio. Tonnen (251,7 Mio. t) (siehe auch Blogbeitrag 6 „Plastikprodukte – viel Müll“ dieser Reihe).
- 8000 Millionen Tonnen Plastikmüll haben sich weltweit in der Umwelt angesammelt.
- Etwa 52 Millionen Tonnen Plastikmüll landeten z.B. im Jahr 2020 in der Umwelt.
Plastikmüllproduktion und Plastikmüllverschmutzung weltweit
Ein Vergleich zeigt, dass die Staaten, die am stärksten zur Plastikverschmutzung beitragen, am wenigsten Plastikmüll produzieren und umgekehrt. Sowohl die Plastikmüllproduktion als auch die Plastikmüllverschmutzung erweisen sich zunehmend als ein großes globales Problem.
Die Tabelle zeigt die durchschnittliche Menge an Plastikmüllproduktion und die Menge an Plastikmüllverschmutzung, die pro Person im Jahr 2020 in verschiedenen Ländergruppen erzeugt wurden. Bei den Angaben handelt es sich um Siedlungsabfälle.
| Plastikmüllproduktion pro Person/Jahr | Plastikmüllverschmutzung pro Person/Jahr | |
| Länder mit hohem Einkommen | 63 kg | 0,13 kg |
| Länder mit oberem mittlerem Einkommen | 35 kg | 5,2 kg |
| Länder mit unterem mittlerem Einkommen | 24 kg | 9,6 kg |
| Länder mit unterem Einkommen | 16 kg | 10 kg |
Wie und warum gelangt ein nicht unerheblicher Teil des Plastikmülls in die Umwelt?
Mehr als 20 % des jährlich weltweit anfallenden Plastikmülls gelangen in die Umwelt. Etwa 22 Millionen Tonnen werden direkt in die Natur entsorgt und etwa 30 Millionen Tonnen, also fast 60 %, werden offen verbrannt.
Dafür gibt es ganz unterschiedliche Gründe:
- Nicht gesammelter Abfall ist die größte Emissionsquelle im Globalen Süden. Laut den Vereinten Nationen haben weltweit etwa 2,7 Milliarden Menschen keinen Zugang zu einer geregelten Müllsammlung und -entsorgung und daher gar keine andere Möglichkeit als ihren Müll in die Umwelt zu werfen oder auf offener Straße oder wilden Deponien zu verbrennen. Das trifft für den Globalen Süden und hier vor allem für die ärmeren Länder Süd- und Südostasiens und Afrikas zu.
- Die Müllproblematik der Länder des Globalen Südens wird noch dadurch verschärft, dass Länder des Globalen Nordens einen Teil ihres Mülls in diese Länder mit schlechterer Abfallwirtschaft exportieren.
- In den meisten Ländern Europas und Nordamerikas gibt es ein gut funktionierendes Abfallmanagement. Das Littering, der individuelle Umgang mit dem Müll, ist die größte Emissionsquelle im Globalen Norden. Achtlos wird Müll im öffentlichen Raum entsorgt: Plastikverpackungen, Zigarettenkippen, Kaugummis, Plastikflaschen und vieles andere mehr.
Aufgaben
- Die Lernenden stellen die Plastikmüllproduktion und die Plastikmüllverschmutzung für die vier Ländergruppen in Balken- oder Säulendiagrammen dar.
- Die Lernenden leiten mindestens vier allgemeine Aussagen aus den beiden Diagrammen ab.
- Die Lernenden nennen drei Gründe, die maßgeblich zur Plastikkrise unseres Planeten geführt haben.
Zum Download
Auf den Punkt gebracht
- Die Plastikverschmutzung unseres Planeten ist ein globales Problem.
- Die Industrieländer sind die großen Plastikmüllproduzenten.
- Vor allem in den armen Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen des Globalen Südens ist die Abfallbewirtschaftung so unzureichend, dass große Mengen des Mülls in der Natur landen oder offen verbrannt werden.
- Die Industrieländer tragen durch Müllexport und Littering zum weltweiten Plastikproblem bei.
Quellen
- https://ourworldindata.org/plastic-pollution
- https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(25)01447-3/abstract
- https://www.whoi.edu/press-room/news-release/plastic-countdown/
- https://www.nature.com/articles/s41586-024-07758-6
- https://ourworldindata.org/plastic-pollution
- https://www.deutschlandfunk.de/rund-2-7-milliarden-menschen-leben-ohne-entsorgung-100.html


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