Plastikprodukte – viel Müll: Daten und Zahlen
Kunststoffproduktion in Zahlen
- Im Jahr 2022 (2023) belief sich die Kunststoffproduktion – mit steigender Tendenz – weltweit auf 400,3 (413,8) Mio. Tonnen.
- In Europa (EU 27 + GB, Norwegen, Schweiz) betrug die Produktion etwa 54 Mio. Tonnen.
- In Deutschland landen etwa 40 % aller konsumierten Plastikprodukte nach weniger als einem Monat im Müll. Mehr als die Hälfte (etwa 55 %) der Kunststoffabfälle der Deutschen sind Verpackungsmaterialien.
Kunststoffmüll in Zahlen
- Im Jahr 2022 fielen weltweit 267,7 Tonnen Plastikmüll an.
- In der EU plus Großbritannien betrug das Aufkommen an Plastikmüll im Jahr 2022 30 Mio. Tonnen.
Siehe hierzu auch die Beiträge Plastik – Fluch und Segen: 3 „Plastikprodukte – Massenprodukt und Multitalent“ und Plastik – Fluch und Segen: 5 „Plastikprodukte – kurzer Nutzen, langes Leben“ dieser Reihe.
Kunststoffverpackungsmüll
… in Zahlen
- In der EU (27) fielen im Jahr 2022 insgesamt etwa 16,2 Mio. Tonnen Plastikverpackungsmüll an. Auf die Person berechnet, ergibt sich ein EU-Durchschnittswert von etwa 35,5 kg. Das sind etwa 8 kg mehr als im Jahr 2012.
- EU-Spitzenreiter im Bereich Plastikverpackungsmüll war im Jahr 2023 Irland mit 66,5 kg pro Person, gefolgt von Island mit 50,5 kg (2022), Portugal und Spanien mit je 41,4 kg. In Bulgarien, Kroatien und Zypern fällt pro Person am wenigsten Plastikmüll an.
- Deutschland liegt mit 37,5 kg pro Person im oberen Drittel der EU-Staaten.
- Von 1995 bis 2023 hat sich in Deutschland die Menge an Plastikverpackungsmüll von etwa 1,5 Mio. Tonnen auf etwa 3,0 Mio. Tonnen verdoppelt.
Gründe für die Zunahme (für Deutschland)
- steigender Außer-Haus-Verzehr
- zunehmend vorverpackte Frischware wie Obst und Gemüse, Käse und Wurstwaren. Ein dünner Plastikbeutel (sog. Knotenbeutel) für 1 kg Obst oder Gemüse enthält etwa 2,8 g Kunststoff, während die Vorverpackung (Industrieverpackung) für die gleiche Menge an Ware etwa 23 g Plastik enthält.


- zunehmend kleinere Portionsgrößen durch eine steigende Anzahl an kleinen (1 bis 2 Personen) Haushalten steigender Verbrauch von Kunststofflaschen. Dominierende Getränkeverpackung ist mit 48 % nach wie vor die Einwegplastikflasche. In Deutschland verbrauchen wir täglich mehr als 45 Mio. Einwegplastikflaschen.
Auf den Punkt gebracht
- Die zunehmende Menge, die kurze Nutzungsdauer der Kunststoffprodukte und ihre Langlebigkeit führen dazu, dass Plastikmüll sich immer stärker auf dem Planeten anreichert.
- Mit etwa 37,5 kg Plastikverpackungsmüll pro Person und Jahr liegt Deutschland über dem EU-Durchschnitt von 35,5 kg.
- Von 1995 bis 2023 hat sich die Gesamtmenge an Plastikverpackungsmüll in Deutschland etwa verdoppelt.
- Die Gründe für die hohe Zunahme an Kunststoffverpackungsmüll sind vielfältig, so z. B. der steigende Verbrauch von Kunststoffflaschen und zunehmend vorverpackte Lebensmittel.
Aufgaben und Arbeitsblatt zum Download
- Die Lernenden berechnen, wie viel Plastikmüll ein US-Amerikaner und ein Deutscher im Durchschnitt im Jahr 2022 produziert haben. Für den Deutschen wird der Mittelwert aus den Jahren 2021 und 2023 zugrunde gelegt.
- Die Lernenden geben an, welcher Plastikverpackungsmüll in ihrem Haushalt am häufigsten anfällt.
- Die Lernenden geben Gründe für die Zunahme des Verpackungsmülls an.
- a) Die Lernenden stellen das Gewicht eines Plastikbehälters für Cocktailtomaten und das Gewicht eines Knotenbeutels fest.
b) Die Lernenden berechnen, wie viele Knotenbeutel, bezogen auf das Gewicht, anstelle eines Plastikbehälters benutzt werden können. - Die Lernenden berechnen ausgehend von einem täglichen Verbrauch von 45 Mio. Einweg-Plastikflaschen:
– wie viele Einweg-Plastikflaschen stündlich etwa in Deutschland verbraucht werde
– wie viele Einweg-Plastikflaschen jährlich in Deutschland etwa verbraucht werden
– wie viele Einweg-Plastikflaschen jeder Deutsche etwa im Jahr verbraucht - Die Lernenden geben an, wie sie bzw. ihre Familie Plastikverpackungen vermeiden. Sie stellen Überlegungen zur weiteren Einsparung von Plastikverpackungen an.
- Die Lernenden suchen einen Supermarkt oder Discounter und einen Bio-Supermarkt (wenn vorhanden) in der Nähe ihres Wohnortes auf und machen einen Verpackungscheck: Sie stellen fest, welche der Obst- und Gemüsesorten verpackt (Plastik oder anderes Material) bzw. unverpackt angeboten werden.
Dazu fertigen sie eine (zwei) Tabelle(n) nach dem folgenden Muster an und kreuzen Zutreffendes an.

- Die Lernenden berechnen den prozentualen Anteil der verpackten bzw. unverpackten Obst- und Gemüsesorten.
- Die Lernenden berechnen, wie viel Prozent der verpackten Obst- und Gemüsesorten in Plastik verpackt sind.
- Die Lernenden befragen Mitarbeitende des Supermarktes nach dem Sinn der Verpackungen und notieren deren Antworten.
Quellen
- https://www.rigk.de/Editors/RIGK/Dateien/Downloads/Studien/PE_TheFacts_24_digital-1pager.pdf
- https://www.nature.com/articles/s43247-025-02169-5
- https://de.statista.com/infografik/12419/so-viel-plastikmuell-verursachen-eu-buerger/
- https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/abfallpolitik/241209-nabu-kunststoffabfall-deutschland2023.pdf
- https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/ressourcenschonung/einzelha-ndel-und-umwelt/nachhaltig-kei–t/20787.html
- https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/dosen-auf-dem-vormarsch-und-einweg-plastikflaschen-weiter-dominant-deutsche-umwelthilfe-fordert-keh/
- https://www.wwf.de/themen-projekte/plastik/mehrweg/mehrweg-vs-einwegverpackungen


Vielen Dank für diese gut aufbereitete Beitragsreihe – gerade die Zahlen zur kurzen Nutzungsdauer von Kunststoffprodukten sind wirklich ernüchternd.
Für mich persönlich war das Thema ein Anlass, auch bei Kleidung genauer hinzuschauen. Viele Textilien enthalten heute Polyester, Nylon oder Acryl – also letztlich Plastik, das beim Waschen Mikroplastik freisetzt. Ich versuche deshalb, gezielt auf Naturfasern und langlebige Produkte zu setzen. Ein gutes Beispiel dafür ist z.B. die Manufaktur RYMHART (https://rymhart.de/), die Strickwaren aus 100 % Wolle in Deutschland fertigt – Produkte, die man jahrzehntelang trägt statt nach einer Saison zu entsorgen.
Vielleicht wäre das Thema Mikroplastik aus Textilien auch ein interessanter Aspekt für einen zukünftigen Teil der Reihe?
Mit freundlichen Grüßen
Herzlichen Dank für die konstruktive Rückmeldung und vor allem auch die Anregung. Ich habe hier das Thema „Kleidung“ bewusst nicht berücksichtigt, weil ich dazu nach Abschluss dieses Blogs einen eigenständigen Blog erstellen möchte.
Mit ferundlichen Grüßen