Plastik und Kunststoff
Umgangssprachlich und v. a. auch in populärwissenschaftlichen Schriften werden die Begriffe Plastik und Kunststoff meist synonym verwendet.
Kunststoffe sind chemische Verbindungen, die, wie der Name schon sagt, künstlich, also vom Menschen, synthetisiert werden. Sie bestehen aus Polymeren und meist auch Additiven, also Zusatzstoffen.
Polymere sind langkettige, manchmal verzweigte Makromoleküle, die aus einer Vielzahl gleicher oder gleichartiger Grundbausteine, den Monomeren, aufgebaut sind. Mit Ausnahme der Silikone bestehen alle Kunststoffe aus organischen Polymeren. Deren Rückgrat bilden Kohlenstoffatome, fast immer verbunden mit Wasserstoff. Weitere Elemente sind Sauerstoff, Stickstoff und teilweise Fluor und Chlor. Eine Ausnahme unter den Kunststoffen sind die Silikone, synthetische Polymere, deren Rückgrat Verbindungen aus Silizium und Sauerstoff bilden. Diese Grundstruktur kann mit verschiedenen organischen Gruppen, meist Methylgruppen, verbunden sein.

Die organischen Polymere werden nach ihrer Herkunft unterteilt:
- Synthetische Polymere: Sie werden künstlich meist auf der Basis von Erdöl, Kohle und Erdgas hergestellt. Chemische Herstellungsverfahren für synthetische Polymere sind die Polymerisation, die Polyaddition und die Polykondensation. Beispiele sind z.B. Polyethylen und Polyvinylchlorid.
- Natürliche Polymere: Sie sind Grundbausteine der Lebewesen. Dazu gehören z.B. Kohlenhydrate (z. B. Stärke, Zellulose oder Chitin), Proteine und Nukleinsäuren.
- Halbsynthetische Polymere: Sie entstehen durch chemische Veränderung natürlicher Polymere. Aus Zellulose wird z. B. Zelluloid oder Nitrocellulose hergestellt.
Kunststoffe bestehen aus synthetischen und halbsynthetischen Polymeren.
Der Begriff Plastik kommt aus dem Griechischen „plasticê“, was mit „formbar“ oder „gestaltbar“ übersetzt werden kann. Plastik ist also ein formbarer Kunststoff. Kunststoffe lassen sich nach den chemisch/technischen Eigenschaften in drei Gruppen unterteilen. Diese Gruppen sind: Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere.
Die Endungen der ersten beiden Gruppen geben schon den Hinweis darauf, dass diese Kunststoffe plastisch, also formbar, sind. Anders verhält es sich mit den Elastomeren (z. B. Gummi und elastische Polymere), die formfest, aber elastisch sind. In einem späteren Blog wird auf diese drei Gruppen ausführlicher eingegangen. Um nicht zu viel Verwirrung zu stiften, werden in den Blogbeiträgen dieser Serie die Begriffe Plastik und Kunststoff synonym verwendet.
Aufgaben
- Die Lernenden erstellen eine Übersicht mit den fett gedruckten Begriffen, aus der hervorgeht, wie die Begriffe zusammenhängen Einzelne dieser Begriffsnetze werden im Plenum vorgestellt und ggf. korrigiert. Die Lernenden korrigieren ihre Darstellung nach Bedarf.
- Die Lernenden erstellen zu ihrer Übersicht einen Kurztext.


Ihr Satz „Plastik ist zwar immer Kunststoff“ ist so nicht korrekt, wenn Sie Kunststoffe als „von Menschen synthetisiert“ definieren. Plastik kann sehr wohl auch von Bakterien als Stoffwechselprodukt produziert werden, was der Mensch nutzen kann, z.B. PHB (Polyhydroxybuttresäure) vom Cyanobakterium Synechococcus sp. (siehe Jugend forscht 2024 Biologie: Julia Lenger – Optimierte PHB-Produktion durch mikrobielle Elektrolyse von Synechococcus sp.).
Liebe Frau Panzer,
vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst.
Viele Grüße vom Nachhaltigkeitsblog-Team