Nachhaltigkeit im Unterricht
Der Blog für BNE in der Schule

Plastik – Fluch und Segen. Teil 1: Plastik, Kunststoff – was ist was?

Plastik ist in allgegenwärtig. Ein Blick um sich genügt, um zu zeigen, dass dieses Material nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken ist.
Dieser Artikel ist der Beginn einer Reihe von Blogbeiträgen zum Thema „Plastik – Fluch und Segen“. Die Beiträge bilden in ihrer Gesamtheit die theoretische Grundlage für eine vollständige Unterrichtsreihe. Wir werden Fragen nachgehen wie zum Beispiel: Seit wann gibt es Kunststoffe und wie verlief ihre Entwicklungsgeschichte? Was macht Kunststoffe in unserem Alltag so unentbehrlich? Welche Auswirkungen haben Plastikverschmutzungen auf unsere Umwelt und unsere Gesundheit? Warum ist das Kunststoffrecycling nicht erfolgreicher? Brauchen wir diese Umweltsünder unbedingt oder sind sie nicht durch andere Materialien ersetzbar?

Plastik und Kunststoff

Umgangssprachlich und v. a. auch in populärwissenschaftlichen Schriften werden die Begriffe Plastik und Kunststoff meist synonym verwendet.

Kunststoffe sind chemische Verbindungen, die, wie der Name schon sagt, künstlich, also vom Menschen, synthetisiert werden. Sie bestehen aus Polymeren und meist auch Additiven, also Zusatzstoffen.

Polymere sind langkettige, manchmal verzweigte Makromoleküle, die aus einer Vielzahl gleicher oder gleichartiger Grundbausteine, den Monomeren, aufgebaut sind. Mit Ausnahme der Silikone bestehen alle Kunststoffe aus organischen Polymeren. Deren Rückgrat bilden Kohlenstoffatome, fast immer verbunden mit Wasserstoff. Weitere Elemente sind Sauerstoff, Stickstoff und teilweise Fluor und Chlor. Eine Ausnahme unter den Kunststoffen sind die Silikone, synthetische Polymere, deren Rückgrat Verbindungen aus Silizium und Sauerstoff bilden. Diese Grundstruktur kann mit verschiedenen organischen Gruppen, meist Methylgruppen, verbunden sein.

Schematische Darstellung eines Polymers

Die organischen Polymere werden nach ihrer Herkunft unterteilt:

  • Synthetische Polymere: Sie werden künstlich meist auf der Basis von Erdöl, Kohle und Erdgas hergestellt. Chemische Herstellungsverfahren für synthetische Polymere sind die Polymerisation, die Polyaddition und die Polykondensation. Beispiele sind z.B. Polyethylen und Polyvinylchlorid.
  • Natürliche Polymere: Sie sind Grundbausteine der Lebewesen. Dazu gehören z.B. Kohlenhydrate (z. B. Stärke, Zellulose oder Chitin), Proteine und Nukleinsäuren.
  • Halbsynthetische Polymere: Sie entstehen durch chemische Veränderung natürlicher Polymere. Aus Zellulose wird z. B. Zelluloid oder Nitrocellulose hergestellt.

Kunststoffe bestehen aus synthetischen und halbsynthetischen Polymeren.

Der Begriff Plastik kommt aus dem Griechischen „plasticê“, was mit „formbar“ oder „gestaltbar“ übersetzt werden kann. Plastik ist also ein formbarer Kunststoff. Kunststoffe lassen sich nach den chemisch/technischen Eigenschaften in drei Gruppen unterteilen. Diese Gruppen sind: Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere.

Die Endungen der ersten beiden Gruppen geben schon den Hinweis darauf, dass diese Kunststoffe plastisch, also formbar, sind. Anders verhält es sich mit den Elastomeren (z. B. Gummi und elastische Polymere), die formfest, aber elastisch sind.  In einem späteren Blog wird auf diese drei Gruppen ausführlicher eingegangen. Um nicht zu viel Verwirrung zu stiften, werden in den Blogbeiträgen dieser Serie die Begriffe Plastik und Kunststoff synonym verwendet.

Aufgaben

  1. Die Lernenden erstellen eine Übersicht mit den fett gedruckten Begriffen, aus der hervorgeht, wie die Begriffe zusammenhängen Einzelne dieser Begriffsnetze werden im Plenum vorgestellt und ggf. korrigiert. Die Lernenden korrigieren ihre Darstellung nach Bedarf.
  1. Die Lernenden erstellen zu ihrer Übersicht einen Kurztext.
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Über die Autorin

Ulla Pörtner

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2 Kommentare

  1. Sabine Panzer 19. September 2025 um 16:04 Uhr - Antworten

    Ihr Satz „Plastik ist zwar immer Kunststoff“ ist so nicht korrekt, wenn Sie Kunststoffe als „von Menschen synthetisiert“ definieren. Plastik kann sehr wohl auch von Bakterien als Stoffwechselprodukt produziert werden, was der Mensch nutzen kann, z.B. PHB (Polyhydroxybuttresäure) vom Cyanobakterium Synechococcus sp. (siehe Jugend forscht 2024 Biologie: Julia Lenger – Optimierte PHB-Produktion durch mikrobielle Elektrolyse von Synechococcus sp.).

    • Lea Teders 24. September 2025 um 13:42 Uhr - Antworten

      Liebe Frau Panzer,
      vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst.
      Viele Grüße vom Nachhaltigkeitsblog-Team

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