Nachhaltigkeit im Unterricht
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Tiere im Winter

Tiere in Mitteleuropa stehen im Winter vor großen Herausforderungen. Niedrige Temperaturen, Schnee oder Frost und ein häufig nur knappes Nahrungsangebot zwingen viele Arten, Strategien zu entwickeln, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Einige Tiere gehen in Winterschlaf, andere verfallen in Winterruhe oder Winterstarre, wieder andere ziehen in mildere Regionen, um dort zu überwintern.

Überlebensstrategien

Die Überlebensstrategien der heimischen Tierarten variieren. Es wird zwischen Winterschlaf, Winterruhe, Winterstarre und Zugverhalten unterschieden.

Klimawandel als Herausforderung

Der Klimawandel stellt nicht nur Menschen vor Herausforderungen: Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sich die Bedingungen für überwinternde Tiere durch den Klimawandel zunehmend verändern. In einer Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung konnte gezeigt werden, dass kürzere und mildere Winter die Verbreitung einiger Arten verschieben können. Am Beispiel der Fledermäuse wurde gezeigt, dass sich die traditionellen Überwinterungsgebiete weiter nach Norden oder Nordosten verlagern, weil dort künftig stabilere Kälteperioden herrschen. Tiere, die auf einen klar strukturierten Jahresrhythmus angewiesen sind, geraten also zunehmend unter Druck. Der Rhythmus von Winterschläfern wie Igeln oder Siebenschläfer kann durch häufige Wechsel zwischen milden und frostigen Phasen durcheinandergeraten. Verhängnisvoll ist ein zu frühes oder zu häufiges Erwachen, dass wertvolle Energiereserven verbraucht. Wenn diese Fettvorräte nicht mehr ausreichen, kann dies tödliche Folgen haben.

Aber auch wechselwarme Tiere, die in Winterstarre fallen, sind gefährdet. Hier ist es vor allem ihr Unterschlupf, der nicht ausreichend frostfrei bleibt, der sie in Gefahr bringt. Auch, wenn der Boden durch zunehmende Wetterextreme stärker durchnässt oder gefroren ist, wird es gefährlich für die Winterstarre. Die Tiere können sich nicht aktiv wärmen und sind sie vollständig von stabilen Umweltbedingungen abhängig. Ähnliches gilt für Tiere, die Winterruhe halten: Auch hier wirken sich mildere und unregelmäßige Winter aus. Diese Tiere wachen häufiger auf, finden aber oft nicht genug Nahrung, weil Pflanzen, Insekten oder andere Ressourcen zu diesen Zeiten fehlen. Insgesamt geraten so Nahrungsaufnahme, Wanderungszeiten oder Fortpflanzungszyklen aus dem Gleichgewicht.

Störung und Hilfe

Um Tiere im Winter zu helfen, kann der Menschen eingreifen.  Manche Tierarten sind auf menschliche Hilfe besonders angewiesen, um den Winter zu überstehen. So benötigen Igel sichere und ungestörte Rückzugsorte, um ihren Winterschlaf zu halten. Hilfreich sind hier Laub- und/ oder Reisighaufen oder spezielle Igelhäuser. Störungen durch den Menschen können die Situation für Tiere im Winter verschärfen, denn Winterschläfer reagieren besonders empfindlich auf Eingriffe wie Laubentfernung, Gartenarbeiten oder das Umsetzen von Holz- und Reisighaufen. Jede unnötige Wachphase kostet Energie. Gleiches gilt für Tiere die Winterstarre halten, auch hier sind Störungen potenziell lebensgefährlich. Diese Tiere können sich in der Starre nicht bewegen oder fliehen. Ebenso problematisch ist es, wenn natürliche Rückzugsräume wie Hecken, alte Bäume, Laubhaufen oder feuchte Bodenschichten entfernt oder stark verändert werden. Diese Strukturen dienen vielen Arten nicht nur zur Überwinterung, sondern sind ganzjährig wichtig für den Nahrungserwerb und den Schutz vor Fressfeinden.

Naturnahe Lebensräume spielen also eine entscheidende Rolle für das Überleben vieler Arten. Besonders wichtig sind strukturreiche Gärten und Landschaften, die Laub, Totholz, Hecken, Sträucher und alte Bäume erhalten. In diesen Bereichen finden Igel, Amphibien, Eichhörnchen und zahlreiche Insekten geschützte Quartiere für den Winter.

Hinzu kommt, dass sie ihnen ausreichend Deckung bieten. Manche Eichhörnchen sind auf strukturreiche Lebensräume mit alten Bäumen, Sträuchern oder Nussbäumen angewiesen, damit sie Vorräte anlegen und geschützt überwintern können.

Außerdem sollten Nahrung und Wasser nicht nur im Sommer, sondern auch in der kalten Jahreszeit verfügbar sein. Vögel profitieren etwa von Futterstellen und offenen Wasserquellen. Kleinsäuger und Amphibien brauchen vor allem stabile, ungestörte Rückzugsräume. In ausgeräumten Siedlungen oder intensiv bewirtschafteten Landschaften fehlen diese Strukturen oft. Das Überwintern der Tiere wird durch diese menschengeformten Landschaften erschwert. Auch Vögel können Unterstützung brauchen. Durch einen kalten, nahrungsarmen Winter kann es schwierig werden, ausreichend Energie zu finden. Der Mensch kann durch Zusatzfutter, Wasserstellen und sichere Rückzugsmöglichkeiten den Winter für viele Stand- und Wintervögel erleichtern.

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Zusammenfassung

Insgesamt zeigen diese Phänomene deutlich, wie eng verbunden das Tierverhalten, die Umweltbedingungen und das menschliche Handeln sind. Überwinterung gelingt nur dann, wenn Tiere sowohl geeignete Quartiere und Rückzugsmöglichkeiten finden als auch genügend Nahrung haben. Veränderungen durch Klima oder Landschaft beeinflussen nicht nur den Menschen, sondern auch Tierarten. Ökosysteme und damit auch das Zusammenspiel zwischen Arten und Lebensräumen werden gestört. Wie gezeigt, überleben Tiere den Winter durch verschiedene Strategien wie Winterschlaf, Winterruhe, Winterstarre oder Zugverhalten. Der Mensch kann ihnen helfen, indem Rückzugsmöglichkeiten geschaffen, Futter und Wasser bereitgestellt und Lebensräume naturnah gestaltet werden. Dadurch kann der Mensch positiv verändern und Lebensbedingungen schaffen, in denen Tiere auch in schwierigen Wintern überleben können.

Weiterführende Hinweise und Quellen

12 Personen haben sich für diesen Beitrag bedankt.

Über die Autorin

Dr. Melanie Carina Schmoll

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