Im Rahmen einer Projektwoche, einer AG oder in eurem Medienbildungs- oder Informatikunterricht könnt ihr direkt loslegen: Eure Klasse wird zu einer kleinen Medienagentur, die sich für mehr Nachhaltigkeit einsetzt, durch verschiedene Medienprodukte über mehr Nachhaltigkeit informieren und zu entsprechenden Aktionen aufrufen möchte. Ziel ist eine kleine Kampagne zu einem bestimmten Nachhaltigkeitsthema. Das könnten ein einzelner Kurzfilm oder Werbespot sein, Plakate für das Schulgebäude, Fotomontagen, Illustrationen oder Animationen, Flyer, eine Social-Media-Kampagne (z. B. auf den Social-Media-Kanälen der Schule oder der Stadt), ein Podcast, eine Radioshow oder etwas völlig anderes. Wichtig ist, dass die Jugendlichen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und dem jeweiligen Medienformat auseinandersetzen und gleichzeitig vom reinen Konsumieren ins Produzieren kommen.
Dabei kann jede Gruppe einen eigenen Ansatz ganzheitlich umsetzen oder ihr bildet „Abteilungen“ für die einzelnen Aufgabenschwerpunkte (z. B. Recherche, Redaktion, Konzeption, Produktion). Die Arbeit in Gruppen bietet den Vorteil des gesamtheitlichen Denkens – die Lernenden sind von Anfang bis Ende dabei und lernen alle Schritte kennen, beschäftigen sich mit den Inhalten, Medien und Arbeitsschritten und werden für ihr Thema und ihr Medienprodukt zu Expertinnen und Experten. Wählt ihr den anderen Ansatz, könnt ihr das Ganze auch direkt mit Berufsorientierung verknüpfen: Innerhalb der einzelnen „Abteilungen“ probieren sich die Lernenden im jeweiligen Berufsfeld aus und setzen ihre Stärken ein, um die Aufgaben des jeweiligen Berufes zu erfüllen. So testen sie nebenbei, ob dieser Beruf möglicherweise etwas für sie wäre.
Ob alle Beiträge in einer gemeinsamen Kampagne zusammenlaufen (vielleicht sogar mit einem übergreifenden Designelement) oder einzeln für sich stehen, liegt ganz bei euch und eurer Klasse.

Die Vorbereitung
Lasst die Redaktion bzw. die Gruppen recherchieren, welches Thema sie innerhalb der Nachhaltigkeit vermitteln möchten. Die Themenauswahl ist riesig – überlegt gemeinsam, wo euch und eurer Klasse Nachhaltigkeit im Schulalltag oder auch zuhause begegnet, wo sich Optimierungspotenziale verstecken und wie man andere Lernende oder auch Erwachsene dazu motivieren könnte, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Zusätzlich dazu können die Lernenden (parallel im Abteilungsmodus oder als zweiter Schritt beim ganzheitlichen Arbeiten) sich über verschiedene Medienformate für das spätere Endprodukt austauschen. Folgende Leitfragen können dabei unterstützen:
- Welche Medienformate haben die Lernenden bereits produziert?
- Welche Tools, Geräte und Software werden dafür benötigt?
- Was macht ein gutes Medienprodukt aus?
- Welche Gestaltungsprinzipien sind zu beachten?
- Welche Herausforderungen können auftreten und wie kann man diese (gemeinsam) lösen?
- Passend zum BNE-Kontext: Wie können diese Medienformate möglichst nachhaltig gestaltet werden?

Ihr könnt auch Beispiele aus dem Bereich des Green Marketings einbringen: Green Marketing hat zur Aufgabe, nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produkte zu bewerben sowie die Kundinnen und Kunden für mehr Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Tauscht euch über Best Practice Beispiele aus – Beispiele hierfür bieten die Suchmaschine Ecosia (für sich bereits ein eigenes spannendes Geschäftsmodell, um Informatik und BNE gemeinsam zu besprechen), Patagonia, Got Bag oder weitere nachhaltige Marken.
Wichtig: Zieht die Grenze zu negativen Anwendungsbeispielen wie bspw. Green Washing.
Die Umsetzung
Dann kann es auch schon losgehen: Das Konzept will geschrieben, die Technik vorbereitet, die jeweiligen Schritte zur Medienproduktion erarbeitet und durchgeführt werden. Je nach Zielformat bieten sich hier unterschiedliche Schwerpunkte und Schritte an. Eine ausführliche Anleitung für das gemeinsame digitale Arbeiten, das Planen einer Medienproduktion und die Produktion von Erklärvideos und Podcasts findet ihr im Kapitel Medien als Werkzeuge in starkeSeiten Medienbildung Klasse 7/8. Dort findet ihr auch Hinweise dazu, wie ihr am Ende Feedback zu den Medienproduktionen geben könnt
Für den Unterricht zum Download
Und danach?
Geschafft! Und nun?
Gebt euch im Plenum gegenseitig Feedback und tauscht euch über eure Erfahrungen, Herausforderungen und Lösungsansätze sowie Erkenntnisse aus – sowohl im Medienproduktions- als auch BNE-Kontext. Feiert eure Erfolge!
Je nach Format gibt es vielleicht sogar die Möglichkeit, die Medienprodukte in eurer Schule, eurem Ort oder eurer Stadt zu veröffentlichen. Abhängig vom Thema könnt ihr auch prüfen, ob ihr die Wirkung der Kampagne messen könnt.
Wir wünschen euch viel Spaß!


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