Nachhaltigkeit im Unterricht
Der Blog für BNE in der Schule

BNE & Informatik: Digitale Tools und Projekte für mehr Nachhaltigkeit

Das Smartphone ist für viele von uns – und auch für Schülerinnen und Schüler – mittlerweile ein täglicher Begleiter geworden. In unserem letzten Beitrag zu Informatik und BNE haben wir die Bildschirmzeit und meistgenutzten Apps von Jugendlichen aufgegriffen.

Was aber wäre, wenn diese Bildschirmzeit zum einen reduziert, zum anderen aber auch nicht nur für Unterhaltungs-, sondern für Nachhaltigkeitszwecke genutzt werden würde? In diesem Beitrag stellen wir euch verschiedene Apps und Websites vor, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen, und zeigen euch, wie ihr diese im Informatik-Unterricht aufgreifen könnt.

Apps und Nachhaltigkeit

Das Angebot an Apps, die einen nachhaltigen Lebensstil unterstützen können, ist umfassend und vielfältig. Darunter finden sich

  • Tauschbörsen oder Marktplätze für gebrauchte Gegenstände und Kleidung
  • Apps, die die Nachhaltigkeit von Produkten beim Einkaufen anzeigen
  • Apps, die dabei helfen, möglichst saisonale Lebensmittel zu kaufen
  • Apps, die Lebensmittelverschwendung entgegenwirken
  • Apps zur Plastikvermeidung
  • Bildungs- und Wissensangebote aus dem Bereich der Nachhaltigkeit

Einen Überblick bieten die folgenden Seiten:

Doch wie funktionieren solche Apps? In manchen Fällen bieten sie ein reines Wissensangebot an, das abhängig von den Interessen der Nutzerin oder des Nutzers individualisiert werden kann. Manchmal funktionieren die Apps wie ein Onlinehandel, der – wie im Beispiel von ToGoodToGo – Restaurants und Privatpersonen miteinander verknüpft, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Andere Apps sammeln (datenschutzkonform) Daten der Nutzerinnen und Nutzer und werten dann den CO2-Fußabdruck aus oder vergeben einen Nachhaltigkeits-Score. Auch viele weitere Funktionsweisen und Geschäftsmodelle sind möglich. Gemeinsamkeiten vieler Apps lassen sich in der Individualisierung und verschiedenen Gamification-Elementen finden.

Gesprächsanlässe für euren Informatik-Unterricht

Das Thema Apps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag bietet euch viele mögliche Ansätze für euren Unterricht. So könntet ihr beispielsweise mit eurer Klasse die Grundlagen der App-Entwicklung besprechen:

  • Wie funktionieren Algorithmen?
  • In welchen Programmiersprachen oder Programmen können Apps geschrieben werden? Was braucht es dazu? Welche informatischen Grundlagen stecken hinter einer App?
  • Was sind die Schritte der App-Entwicklung? Was muss ich alles beachten, wenn ich eine App programmiere?

Vom Konsumieren zum Gestalten

Und dann kann es auch schon losgehen: Verbindet die Informatik mit Nachhaltigkeit! Lasst eure Schülerinnen und Schüler zu bestehenden Nachhaltigkeits-Apps und ihrer Funktionsweise recherchieren – so lernen sie die Möglichkeiten kennen, die hinter der App-Entwicklung stecken. In Gruppenarbeit können die Lernenden auch eigene App-Ideen und -Konzepte entwickeln und so die einzelnen Schritte hautnah miterleben. Gleichzeitig beschäftigen sie sich mit ihrem Alltag – was würde ihnen persönlich helfen, nachhaltiger zu leben? Wo hakt es in ihrem Alltag oder im Alltag ihrer Mitmenschen, wie könnte eine App Abhilfe schaffen oder motivieren?

In starkeSeiten Medienbildung für Klasse 9/10 findet ihr dazu eine schöne Aufgabe, die eure Lernenden durch die ersten Schritte der Konzeption und den Pitch einer App führt. Wenn ihr weiter gehen möchtet, wäre auch ein Wireframe, Klickdummy oder Prototyp (z. B. über kostenlose Tools oder simpel mit Stift und Papier) möglich. In der Erarbeitung können die Lernenden ihre jeweiligen Stärken einbringen und Aufgaben übernehmen, die ihnen besonders liegen.

Apps Brainstorming

Außerdem könntet ihr den Lernenden offenlassen, wie ausgeklügelt und tief sie arbeiten möchten – so differenziert sich die Aufgabe wie von selbst. Die Konzepte und Erarbeitungen könnten dann vor der Klasse präsentiert werden, sodass ihr anschließend über die Ideen, die Umsetzung sowie den nachhaltigen Einfluss der potenziellen App im Plenum sprechen könnt.

Fazit

Es gibt zahlreiche Apps und andere technische Möglichkeiten, die dabei unterstützen können, nachhaltiger zu leben. Informatik und Medienbildung ermöglichen es, die Funktionsweisen zu verstehen, technische Hilfsmittel kritisch zu hinterfragen und selbst zu gestalten. So kommen die Schülerinnen und Schüler vom reinen Konsumieren zum aktiven Handeln – in der Informatik und Medienbildung ebenso wie im Bereich der Nachhaltigkeit!

Arbeitsblatt zum Download

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Über die Autorin

Lena Margraf

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