Richtet sich Sprache gegen Menschen mit Behinderung wird von ableistischer Sprache gesprochen. Das Wort Ableismus stammt aus dem Englischen – to be able bedeutet fähig sein. Ableismus meint also die Abwertung, Diskriminierung oder Marginalisierung von Menschen mit Behinderung oder chronisch Kranken aufgrund ihrer Fähigkeiten. Es beinhaltet die Annahme, dass Menschen mit Behinderung weniger wert sind oder weniger Fähigkeiten haben als nicht behinderte und reduziert diese damit auf ihre psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen.
Es gibt unterschiedliche Kategorisierungen im Bereich Behinderung. Für diese Unterrichtseinheit sinnvoll ist eine Unterscheidung anhand der Art der Beeinträchtigung.
Unterschieden wird in:
- Körperliche Behinderung
- Sinnesbehinderung
- Geistige Behinderung
- Psychische Behinderung
- Lernbehinderung
- Sprachbehinderung
Statistiken von 2024 zeigen auf, dass 10% der Menschen in Deutschland eine Behinderung haben. 3,3% schon ab der Geburt.
- Recherchiere/ Evaluiere in deiner Schule: Wie viele Lernende mit Behinderung gibt es?
Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit
Eine Behinderung ist keine Krankheit, aber eine Krankheit kann eine Behinderung verursachen. Die Beeinträchtigung wird erst zur Behinderung, wenn sie auf Barrieren trifft.
- Erkläre, was der Unterschied in den Bildern ist.

- Gibt es in euere Schule Chancengerechtigkeit? Wie sieht diese aus?
Mit dem vorliegenden Arbeitsblatt soll auch unserem Sprachgebrauch nachgespürt werden, diskriminierende Sprache erkannt und neutrale Begriffe gefunden werden.
Schon eine Sprachreflexion über das Adjektiv „behindert“ ist sehr spannend. Eigentlich als Fachausdruck hat es vor allem in der Jugendsprache eine alltägliche Form gefunden. Dass dabei tatsächlich betroffene Menschen verletzt werden, ist vielen Lernenden nicht richtig bewusst. Wir haben ein Gesellschaftssystem verinnerlicht, in der es eine nichtbehinderte Normalität gibt. Lektüren wie „Sieben Tage Mo“ kann den Blick auf unsere inklusiv ausgerichtete Gesellschaft schärfen und in den Fokus mündlicher wie schriftlicher Auseinandersetzungen nehmen.
Gerade für die Lektürearbeit (Charakterisierungen etc.) ist es wichtig, eine positive bzw. neutrale Sprache zu verwenden.

Floskeln und Metaphern
Das solltest du nicht sagen
| „Du Krüppel!” |
| „Bist du behindert?“ |
| „Die checkt gar nichts.“ |
Alternativen finden
| „Bist du blind?“ – Hast du das wirklich nicht gesehen? |
| „Bist du taub?“ – Hast du mir nicht richtig zugehört? |
| „Geisteskrank viel Arbeit!“ – Das ist extrem/viel |
„Das ist so dumm.“ – wir meinen vermutlich, dass etwas seltsam, sinnlos, beschissen, unangenehm, unüberlegt, ignorant, fies oder furchtbar ist. Es hilft also, sich zu fragen: Was möchte ich eigentlich ausdrücken?
Menschen, die ableistische Sprache vermeiden wollen, nutzen dafür oft Euphemismen. Wir versuchen das Schlimme (die Behinderung) zu beschönigen und so die Behinderungen aufzuwerten. Menschen mit Trisomie 21 werden oft als besonders „lieb“ oder „süß“ bezeichnet. Auch das aber eine Form von Ableismus. Es ist kein Kompliment, wenn wir sagen: „Das ist aber super, dass du trotz deiner Krankheit/Behinderung zur Schule gehen kannst.“
- Was könntest du ansonsten sagen, um ein Kind mit Trisomie 21 zu beschreiben?
Zum Download
Hier geht es zum Beitrag Lesetipp: Sieben Tage Mo, der euch die Lektüre von Oliver Scherz vorstellt. Außerdem habt ihr die Chance, eines von fünf Büchern für eure Klasse zu gewinnen.









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