Nachhaltigkeit im Unterricht
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Lesetipp: „Irgendwo ist immer Süden“ von Marianne Kaurin

Klassismus geht uns alle an – Mit dem Buch „Irgendwo ist immer Süden“ dem Sommer nachspüren und die Lebensrealität vieler Kinder thematisieren

Der UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland aus dem Jahr 2025 zeigt auf, das mehr als eine Million Kinder in Deutschland von den konkreten Folgen von Armut betroffen sind. Das ist jedes zehnte Kind.

Die Benachteiligung findet in den Bereichen Freizeitgestaltung, gesunde Ernährung, Bildungschancen und Wohnverhältnissen statt. Ein beengtes Zusammenleben, weniger soziale Aktivitäten und erschwerter Zugang zu Bildungsinstitutionen sind die Folge.

Darum geht es:

Viele Kinder- und Jugendbücher bilden diese Realität oft nicht oder nur am Rande ab. Anders sieht es im Buch „Irgendwo ist immer Süden“ von Marianne Kaurin aus. Die Hauptfigur Ina, aus deren Perspektive wir die Geschichte erleben, lebt in schwierigen finanziellen Verhältnissen. Ihre Mutter ist alleinerziehend und arbeitslos. Sie wohnen in einer sozial benachteiligten Wohnsiedlung und können sich weder Urlaube noch Restaurantbesuche leisten. Als am letzten Schultag vor den Sommerferien, die Klasse von Ina von ihren Urlaubsplänen berichtet, verstrickt sich Ina in ein Geflecht von Lügen, indem sie behauptet, ebenso „in den Süden“ zu fahren.

Wendepunkt der Geschichte ist, als ihr neuer Mitschüler Vilmer – der in der gleichen Siedlung wohnt – ihr Geheimnis entdeckt. Getrieben von der Idee des „Südenurlaubes“ richten sich die beiden in einer leerstehenden Hausmeisterwohnung ein und kommen sich immer näher. Zwei Mitschülerinnen von Ina finden jedoch heraus, dass Ina gelogen hat und sogar Fake-Fotos in den Klassenchat gestellt hat. Ina ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Freundschaft und den Gefühlen für Vilmer und dem Wunsch zu den Coolen dazuzugehören. Die Auflösung ist so nah an der Realität gebaut und wirkt keineswegs konstruiert.

Flugzeug vor Sonnenuntergang

Inhalte wie Scham, Zerrissenheit und Mut werden im Roman ebenso behandelt wie Fake-News und echte Freundschaft. Ein authentischer Einblick in einen von Armut betroffenen Haushalt kann die Schülerschaft im besten Fall dazu bewegen, selbst von zu Hause zu berichten bzw. dafür sensibilisiert zu werden! Das Konzept kostspieliger Freizeitaktivitäten oder der Wunsch nach teuren Geburtstagsgeschenken können so überdacht werden und vielleicht werden gemeinsam spannende Alternativen gefunden.

Details zum Buch

Geeignet für: Klasse 5 bis 7

Taschenbuch

240 Seiten

Verlag: Ernst Klett Sprachen GmbH

ISBN: 978-3-12-666111-9

zum Buch

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Über die Autorin

Nadine Hochrein

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