Nachhaltigkeit im Unterricht
Der Blog für BNE in der Schule

Klimathemen in der Bildung: Schul-Wettbewerbe als ganzheitlicher Anknüpfungspunkt

Bildung für Nachhaltige Entwicklung wirkt besonders stark, wenn Klimabildung im Sinne des Whole School Approach ganzheitlich gedacht wird und das gesamte Schulleben einbezieht.

Schulen sind wichtige Lern-, Vermittlungs- und auch Aufenthaltsorte, an denen Menschen eine prägende Zeit ihres Lebens verbringen. Und das nicht nur hinsichtlich ihrer Kompetenzen, sondern auch in Bezug auf Weltbilder und Handlungsansätze im Umgang mit den vielfältigen Krisen unserer Zeit. Im diversen Feld von Klimathemen wird der „Whole School Approach“ (bzw. „Whole Institution Approach“) dabei immer wichtiger – also die ganzheitliche Betrachtung des Bildungsortes statt nur der Blick in das Curriculum. Wie die Studienlage bestätigt, wirkt Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) vor allem auch dort, wo zum Beispiel Klimabildung nicht an der Klassentür endet, sondern die gesamte Schule einbezieht: Organisation, Verwaltung, Schulumfeld.

Klimawettbewerbe an der Schule: Als Vorteil für …?

… Lernende

Wettbewerbe bieten einen starken Anlass, sich intensiv und selbstständig mit Themen auseinanderzusetzen. Fachwissen, Methodenkenntnisse und soziale Fähigkeiten wachsen: Recherchieren, Planen, Zusammenarbeiten, Präsentieren. Dass Beiträge von einer Jury bewertet oder öffentlich wahrgenommen werden, macht die Arbeit bedeutsam. Wertschätzung von außen stärkt das Zutrauen in die eigene Leistungsfähigkeit und gibt der investierten Zeit Sinn.

… Lehrkräfte

Wettbewerbe eröffnen gute Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Sie liefern einen konkreten Rahmen, um aktuelle Themen – etwa Klimaschutz, Energie oder Mobilität – aufzugreifen und praxisnah aufzubereiten. Zugleich laden sie zu fächerübergreifendem Arbeiten ein: Zusammenhänge werden sichtbar. Forschendes Lernen bekommt Raum: Lernende stellen Fragen, planen kleine Untersuchungen, sammeln Daten, werten aus und präsentieren Ergebnisse. Dabei erweitern auch Lehrkräfte Schritt für Schritt ihre Fach- und Methodenkompetenz. Wettbewerbsprojekte fördern außerdem Zusammenarbeit im Team: Konzepte werden entwickelt, Vorgehensweisen reflektiert und didaktische Entscheidungen geschärft. Der zusätzliche Aufwand wird durch sichtbare Resultate und Anerkennung im Kollegium und in der Bildungsöffentlichkeit getragen.

… die Schule

Die Teilnahme am Wettbewerb ist für die Schule als Organisation ebenfalls ein Gewinn. Wiederholte Erfolge stärken das Profil. Preise und Zertifikate senden verlässliche Signale für pädagogische Qualität – nach innen wie außen. Sie zeigen: Hier werden anspruchsvolle Projekte umgesetzt, hier ist Engagement fest verankert. Das erhöht die Identifikation der Schulgemeinschaft mit ihren Zielen und erleichtert es, Vorhaben dauerhaft im Schulprogramm zu verankern.

Berliner Klima Schulen als Beispiel für einen breiten Einbezug

Im Sinne des Whole School Approach bieten Wettbewerbe also konkrete Hebel: Sie schaffen Anlässe, die ganze Schule einzubeziehen – vom Unterricht über AGs und Projekte bis hin zu Schulprogramm, Gebäudemanagement und Kooperationen mit außerschulischen Partnern. Externe Anerkennung stabilisiert diese Prozesse und erleichtert die nachhaltige Verankerung gelungener Ansätze. Schul-Wettbewerbe wie beispielsweise die Berliner Klima Schulen in der Hauptstadt sind also ein sinnvoller Baustein, um im Sinne des Whole School Approaches ganzheitlich tätig zu werden.

Der jährliche Wettbewerb gleich zweier Senatsverwaltungen (Bildung und Klimaschutz) sowie des Berliner Energiedienstleisters GASAG AG bietet gleich mehrere entsprechende Anknüpfungspunkte, beispielsweise durch das Darstellen von Verbindungen zu Unterricht, Schulalltag und außerschulischen Felder (Praxisbezug), die persönliche Mit-Auszeichnung aller beteiligten pädagogischen Kräfte sowie der Lernenden (Wertschätzung) oder weitere Kommunikationsleistungen, welche die Siegerschulen kostenfrei erhalten und in der eigenen Arbeit nutzen können (Schulmarketing und Profilschärfung).

Ob Upcycling-Projekte direkt im Unterricht, eigener Schulacker für übergeordnete Bildungsfelder wie Ernährung oder Bodenkunde, das Anlegen von Schulteich und -garten als Erprobungsfeld für selbst entwickelte Klima-Messeinrichtungen oder Schulhofbegrünung mit Regenwasserverwendung: Ausgewählte Siegerschulen aus 2025 deuten die umfassende Breite der Aktivitäten zu Klimathemen im Bildungsbereich an, der oft über das konkrete Projekt hinaus in Schule und Schulumfeld hineinwirkt.

Klimaschutz- oder Klimaanpassungsprojekte bzw. Ideen und Konzepte können noch eingereicht werden: die diesjährige Wettbewerbsrunde 2026 läuft bis zum 20. Oktober 2026. Auf der Website www.berliner-klimaschulen.de gehts zur Online-Bewerbung und weiteren Informationen.

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Über den Autor

Der Wettbewerb Berliner Klima Schulen ist ein alljährlich stattfindender Wettbewerb für Berliner Schulen, der von der Senatsbildungsverwaltung, der Senatsumsweltsverwaltung und GASAG AG initiiert wird. Umgesetzt wird der Wettbewerb von der EUMB Pöschk GmbH & Co. KG.

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