Woher kommt die fehlende Motivation?
Viele Menschen sind frustriert und fragen sich, ob ihr persönlicher Verzicht überhaupt Wirkung zeigt. Diese vermeintliche Aussichtslosigkeit führt dazu, dass sie ihr Verhalten nicht ändern oder sich bewusst nicht einschränken wollen. Hinzu kommt: Eine nachhaltigere Lebensweise wird häufig als Verlust oder Einschränkung wahrgenommen – mit der Angst, auf vieles verzichten zu müssen.
Dabei können bereits kleine Schritte, die kaum als Einschränkung empfunden werden, einen Unterschied machen.
Tipp 1: Mit einfachen Schritten Motivation schaffen
Statt Lernenden oder Kolleg:innen direkt zu sagen, was sie alles ändern müssen, ist es motivierender, gemeinsam Schritt für Schritt zu starten – und bewusst mit etwas Einfachem zu beginnen.
Ein Beispiel: Schlagt vor, Fahrgemeinschaften zur Schule zu bilden, statt dass jede Person einzeln mit dem Auto gebracht wird oder selbst fährt. So bleibt der gewohnte Komfort weitgehend erhalten, und gleichzeitig wird der Schulweg nachhaltiger, da z. B. nur ein Auto genutzt wird statt mehreren.
Ein weiterer leichter Einstieg: Regt an, einen Jutebeutel oder anderen wiederverwendbaren Beutel zum Einkaufen mitzunehmen, um auf Plastiktüten zu verzichten. Solche niedrigschwelligen Veränderungen zeigen, dass Nachhaltigkeit keine radikale Umstellung erfordert – und sie stärken die Motivation, weitere Schritte zu gehen.
Tipp 2: Motivation durch positive Effekte stärken
Lenkt den Blick gezielt auf die Vorteile eines nachhaltigen Handelns. Die Jutebeutel sind dafür ein gutes Beispiel: Sie sind deutlich belastbarer als Plastik- oder Papiertüten und eignen sich daher auch für schwere Einkäufe. Gleichzeitig spart jede nicht gekaufte Tüte Geld.
Eine mögliche Aufgabe für den Unterricht dazu:
Lasst eure Lernenden ausrechnen, wie viel Geld man im Jahr spart, wenn man dreimal pro Woche auf eine Tüte verzichtet.
Zusätzlich könnt ihr die Motivation stärken, indem ihr Erfolgsgeschichten sammelt: Jede Person stellt ein positives Beispiel vor – aus dem eigenen Alltag oder aus dem Umfeld. Konkrete Erfolgserlebnisse zeigen, dass nachhaltiges Handeln wirkt, und steigern die Motivation, dranzubleiben.
Tipp 3: Motivation durch Vorbildfunktion stärken
Das Verhalten von Lehrkräften prägt – bewusst oder unbewusst – das Handeln der Kinder und Jugendlichen. Macht im Kollegium deutlich: Es liegt mit in ihrer Verantwortung, Lernende zu reflektierten, verantwortungsbewussten Menschen im Hinblick auf Nachhaltigkeit zu begleiten. Wichtig für die Motivation ist dabei ein wertschätzender Ansatz: Kein erhobener Zeigefinger, sondern das Aufzeigen konkreter Möglichkeiten und Chancen, wie sie ihre Vorbildfunktion positiv nutzen können.
Tipp 4: Verbündete suchen
Wenn man an einem gemeinsamen Ziel arbeitet, macht es direkt viel mehr Spaß. Sorgt deshalb für einen regelmäßigen Austausch sowohl im Klassenzimmer als auch im Kollegium. Wer hat gerade tolle neue Ideen? Wer hat gerade welchen Vorsatz für mehr Nachhaltigkeit?
Mögliche gemeinsame Projekte wären:
- bessere Mülltrennung im Klassenzimmer
- eine gesündere und nachhaltigere Ernährung
- gemeinsame Aktionen wie plastikfreie Pausen oder Energiespar-Challenges
Tipp 5: Andere Formate nutzen
Sucht doch zur Vermittlung von BNE und zur Motivation zu mehr Nachhaltigkeit andere Lernformen als die üblichen. Wie wäre es zum Beispiel mit Plogging? Oder ihr macht ein Quiz zu mehr Nachhaltigkeit, setzt Upcycling-Ideen um (z. B. könnt ihr ein Vogelhaus aus einem Getränkekarton bauen) oder denkt euch eine Challenge aus. Einige Impulse dafür findet ihr im Artikel Challenges für mehr Nachhaltigkeit im Unterricht.








Hinterlasse einen Kommentar