Education for Future ist eine Zusammenarbeit der Museum Virtuell GmbH mit dem Ernst Klett Verlag. Wie kam es dazu?
Dirk Leiber: Das war, wie man oft sagt, eine wundersame Fügung vieler Faktoren. Ich bin im Rotary Club, seit über 40 Jahren Pfadfinderleiter, Produzent der Kinderhörspielreihe „Pollution Police – Die kleinen Pfadfinder“ und beruflich mit der Virtualisierung von Museen beschäftigt.
Durch die weltweite Rotary Aktion „End Plastic Soup“ und die ehrenamtliche Hörspielreihe haben wir ein Hörspiel zum Thema „Plastik in den Weltmeeren“ gemacht. Später kam, durch meine Tätigkeit virtuelle Rundgänge zu erstellen, die Idee dazu, eine virtuelle Klassenfahrt in ein Werk zu erstellen, in dem der Müll aus dem gelben Sack getrennt wird. Per Zufall bin ich in Kontakt mit Dr. Frank Haß gekommen, der auch Mitglied der Gemeinschaft rotarischer Freunde ist. Frank macht didaktische Konzepte für den Klett Verlag. Wir beschlossen, zum Thema Plastik eine Unterrichtsreihe zu kreieren, die Lehrer lehrplangerecht oder zur sinnvollen Gestaltung von Vertretungsstunden einfach aus dem Regal nehmen können.
Warum nicht nur zum Thema Plastikmüll? Warum nicht auch andere ökologische, soziale und Schülerthemen? Warum nicht auch motivieren und Berufsbilder und Perspektiven zeigen? Schon war Education For Future aus der Taufe gehoben.
Pollution Police ist die Hörspielreihe in Deutschland, an der sich sehr viele prominente Künstler ehrenamtlich als Sprecher beteiligen. So auch Hendrik Duryn und Jessica Ginkel aus der RTL Serie „Der Lehrer“. Beide prominente Schauspieler unterstützen das Projekt, indem sie bei der Messepromotion oder in Filmbeiträgen teilnehmen.
Was hat Sie dazu motiviert, an dem Projekt mitzuarbeiten?
Dirk Leiber: Das Credo der Pfadfinder ist: „Ein Pfadfinder macht die Welt ein wenig besser, als er sie vorgefunden hat.“ Für mich heißt das „Geburt ist Verpflichtung.“ Und ich glaube, das sehen viele junge Menschen so, indem sie bei Fridays-for-Future-Aktionen auf die Straße gehen. Nun ist es sehr wichtig, laut und mit viel Engagement auf die Probleme unserer Zeit hinzuweisen. Ist es nicht aber ein nachhaltigerer Zeiteinsatz, auch mal in der Schule zu bleiben, sich thematisch mit diesen Themen auseinanderzusetzen und durch Lernen in die Lage zu kommen, die Zukunft aktiv mitzugestalten? Es ist, in meinen Augen, sehr frustrierend, die Fehler, die unsere Generation gemacht hat, anzusehen. Wir brauchen aber nicht eine ängstliche, frustrierte Jugend. Wir brauchen eine motivierte Schülerschaft, die durch ein solches Programm erkennt, welche Chancen, Berufe, Karrieren und Ideen darin stecken.
Die Handreichung „Perfides Plastik?“ enthält zahlreiche mediale Anreicherungen. Was ist das Besondere daran und wie lässt sich das Material im Unterricht einsetzen?
Dirk Leiber: Dr. Frank Haß hat mit seiner profunden Erfahrung eine Handreichung geschaffen, die in vielen Lernumgebungen eingesetzt werden kann. Ob Heimarbeit, mit oder ohne Lehrer, mit oder ohne starkem Internet, unabhängig von der Hardwareausstattung der Klasse, lässt sich mit dieser Handreichung ein Weg finden, mit den Gegebenheiten vor Ort Unterricht zu machen. Das Besondere ist außerdem, dass wir bei Education For Future nicht eine „Pseudodigitalisierung“ betreiben, indem die Arbeitsblätter schlicht digital angeboten werden. Ich bin überzeugt, dass zum Beispiel die virtuellen Klassenfahrten mit ihren Entdeckerwelten viel mehr das Feeling der Generation Z ansprechen.
Was kam zuerst – das mediale Material oder der didaktische Faden, anhand dessen Sie dann z. B. die Videos erstellt haben?
Dirk Leiber: Bei Education For Future I kam beides zusammen. Etliches war schon da und wir haben später noch fehlende Medien nachproduziert.
Wie haben Sie die Mitwirkenden für die Videos gefunden? (z. B. Hendrik Duryn, Toni Cox, Francois Goeske, …)
Dirk Leiber: Ich arbeite in Hörspiel- und Filmproduktionen regelmäßig mit prominenten Schauspielern zusammen. Allein im ehrenamtlichen Hörspiel bei Pollution Police sind es mehr als 70. Da gibt es eine gute Auswahl. Die jungen Menschen, die wir als Vorbilder und „Ökounternehmer“ interviewen, um Schüler zu motivieren, gewinnen wir durch Recherche und direkte Ansprache
Sie haben sich für die Handreichung intensiv mit dem Thema Plastik auseinandergesetzt – hat sich dadurch auch Ihr Bewusstsein gegenüber Plastik und Plastikkonsum geändert?
Dirk Leiber: Ja! Mit großem Ausrufezeichen! Das ist das Tolle an der Arbeit mit Bildung, Museen und dem Entwickeln dieser Reihe. Man hält plötzlich eine Milchpackung in der Hand und entfernt den Plastikausgießer, um ihn getrennt zu entsorgen. Habe ich vorher nie gemacht.
In einem der Videos lernen wir, dass ein Mensch 260 g Plastik pro Jahr isst – hat diese Zahl Sie schockiert?
Dirk Leiber: Absolut! Ich finde es in der Hochrechnung im Anfangsteaser von Hendrik Duryn auch sehr eindrücklich gezeigt.
Der erste Band von Education For Future zum Thema „Perfides Plastik?“ wurde im Februar auf der didacta vorgestellt. Welche Rückmeldungen haben Sie seitdem dazu bekommen?
Dirk Leiber: Die Rückmeldungen sind sehr positiv. Ich werden schon nach den Folgethemen gefragt. Besonders die virtuellen Klassenfahrten und das selbstständige Entdecken und Forschen scheinen gut anzukommen.
Mehr zu Education for Future könnt ihr auch im Beitrag „Education for Future“ – ein wegweisendes Projekt lesen.
Neugierig geworden? Die Handreichung könnt ihr einfach über den Klett-Webshop bestellen.








Hinterlasse einen Kommentar