Die Kostüme
Generell gibt es bei Kostümen zwei wichtige Aspekte: Sie sollten möglichst nachhaltig sein und außerdem niemanden diskriminieren oder ausgrenzen.
Nachhaltigkeit
Klar ist, dass die meisten Kostüme aus eher günstigen Materialien bestehen und in der Regel weder nachhaltig noch besonders gesund sind. Jetzt kann man natürlich komplett auf all solche Kostüme verzichten – aber so manches Kind wird traurig sein, wenn es aufgrund fehlender Flügel nicht als richtige Fee zum Faschingsfest kommen kann und der kleine Ritter ohne seinen Plastikhelm auskommen muss. Hier kann man den Kindern aber vermitteln, dass es nicht immer ein ganz neues Kostüm sein muss. Vielleicht gibt es noch welche der Geschwister? Oder man schaut sich in einem Second-Hand-Laden oder auf Tauschbörsen um? Die Ideen können die Kinder dann ihren Eltern weitergeben. Wichtig ist, direkt zu vermitteln, wie wertvoll ein bereits getragenes Kostüm für die Umwelt ist. So wird nicht nur die Erwartungshaltung an das Kostüm gesenkt, sondern auch gezeigt, dass es keinen Grund gibt, wegen eines gebrauchten Kostüms traurig zu sein oder sich dafür zu schämen.
Einige Accessoires lassen sich auch einfach selbst basteln: eine Krone, eine Augenklappe, eine Tigermaske … vielleicht lässt sich einiges davon ja auch im Kunstunterricht anfertigen?
Diskriminierungsvermeidung
Viele klassische Faschingskostüme bedienen Stereotype und viele sind aus ethnischer Sichtweise kritisch zu betrachten. Sprecht mit den Lernenden im Unterricht darüber, dass man sich lieber nicht als Indianer oder Chinese verkleiden sollte, da sich einige Menschen dadurch diskriminiert fühlen. Auch Waffen als Kostümbestandteil sind ein kritisches Thema – gerade heutzutage, wo einige Kinder in der Klasse vielleicht auch aufgrund von Krieg aus ihrem Heimatland fliehen mussten. Wenn vorab über diesen Aspekt bei der Kostümwahl gesprochen wird, hilft das den Lernenden außerdem generell, sich reflektiert mit solchen Themen auseinanderzusetzen.
Gleichberechtigung
Auch das Thema Gendergerechtigkeit kann bei der Kostümwahl aufgegriffen werden. Der Junge möchte gerne als Prinz gehen oder ein Prinzessinnenkleid anziehen? Das Mädchen möchte sich gerne als Ritter verkleiden? Kein Problem! Fasching soll allen ermöglichen, in die Rolle der Träume zu schlüpfen.
Schminke
Auch in (Faschings-)Schminke verbirgt sich oft eine Menge Chemie. Aber natürlich darf das passende Makeup zum Kostüm nicht fehlen – was wäre zum Beispiel eine Katze ohne Schnurrhaare oder das Sams ohne seine Wunschpunkte? Wenn möglich sollte deshalb Naturkosmetik genutzt werden – und auf einige Utensilien wie beispielsweise Glitzer verzichtet ihr am besten ganz. Zwar gibt es mittlerweile auch sogenanntes Bio-Glitzer, jedoch gibt es hier kein Produkt, das wirklich vollkommen unbedenklich ist, wie dieser Artikel des NABU zeigt.
Die Faschingsfeier
Essen und Trinken
Oft entstehen bei Feiern große Müllberge durch Pappteller, Plastikbesteck und -bechern. Das muss aber nicht sein! Außerdem ist es viel angenehmer, mit richtigem Besteck von einem richtigen Teller zu essen. Wenn ihr in der Schule nicht ausreichend habt, kann jedes Kind einfach sein Lieblingsgeschirr von zu Hause mitbringen.
Auch die Verpflegung kann man relativ einfach nachhaltig gestalten und dabei sogar das Thema Plastik ansprechen. Bittet z. B. jedes Kind, einen kleinen Buffetbeitrag mitzubringen – mit der einzigen Vorgabe, dass das Essen nicht in Plastik verpackt sein soll. Die Kinder (und Eltern) werden damit vermutlich sehr schnell darauf aufmerksam, wie viele Lebensmittel in Plastik verpackt sind. Beim Buffet wird sich dann aber hoffentlich zeigen, dass der Verzicht auf Plastik nicht unbedingt einen Verzicht auf leckeres Essen bedeuten muss.
Deko
Leider ist die typische Deko wie Luftschlangen und Konfetti alles andere als nachhaltig. Deshalb sollte man lieber darauf verzichten. Die Kostüme der Kinder werden den Raum aber eh schon bunt genug machen 😊








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