Nachhaltigkeit im Unterricht
Der Blog für BNE in der Schule

Das globale Müllproblem als Herausforderung unserer Zeit

Mit zunehmender Urbanisierung, steigendem Konsum und der kurzen Lebensdauer vieler Produkte wächst das Abfallaufkommen kontinuierlich. Nach aktuellen internationalen Erhebungen werden weltweit jährlich über zwei Milliarden Tonnen Siedlungsabfälle erzeugt, Tendenz steigend. Prognosen gehen davon aus, dass sich diese Menge bis zur Mitte des Jahrhunderts nahezu verdoppeln könnte, wenn keine grundlegenden Veränderungen im Umgang mit Ressourcen erfolgen. [1] Die stetig wachsende Menge an Abfällen stellt also weltweit eines der größten Umweltprobleme dar.

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Für den Unterricht in eurer Grundschulklasse

Abfallwirtschaft in Deutschland

Diese Entwicklung hat weitreichende Folgen: Deponien beanspruchen große Flächen und setzen klimaschädliche Gase frei; dabei belasten sie Böden sowie Grundwasser. Die Verbrennung von Abfällen erzeugt zwar Energie, verursacht jedoch ebenfalls Emissionen und erfordert einen hohen technischen Aufwand. Auch in Deutschland zeigt sich, dass ein hoher Lebensstandard mit einem hohen Abfallaufkommen einhergeht. Dieses liegt bei 452 Kilogramm Haushaltsabfall pro Kopf und Jahr (2024) in Deutschland.[2]

Seit dem Jahr 1972 hat sich die Abfallwirtschaft grundlegend verändert. An die Stelle einer reinen Entsorgungs- und Beseitigungsorientierung ist zunehmend das Leitbild der Kreislaufwirtschaft getreten. Im Mittelpunkt stehen heute der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen sowie eine möglichst umweltverträgliche Behandlung von Abfällen. Dabei gewinnen sowohl der Umwelt- und Klimaschutz als auch eine effizientere Nutzung von Rohstoffen zunehmend an Bedeutung.

Recycling

Ein wesentliches Element der gesetzlichen Regelungen ist die abgestufte Priorisierung im Umgang mit Abfällen. Vorrangig sollen Abfälle vermieden werden, bevor Möglichkeiten der Wiederverwendung, des Recyclings oder anderer Formen der Verwertung genutzt werden. Erst wenn diese Optionen ausgeschöpft sind, kommt eine endgültige Beseitigung in Betracht.

Um die im Abfall enthaltenen Wertstoffe bestmöglich nutzbar zu machen, ist eine frühzeitige und konsequente Trennung der verschiedenen Abfallarten erforderlich. Die getrennte Sammlung stellt eine grundlegende Voraussetzung dar, um die qualitativen Anforderungen für eine hochwertige stoffliche Verwertung zu erfüllen. Für Abfälle aus privaten Haushalten, wie Papier, Glas, Kunststoffe und Bioabfälle, besteht seit 2015 eine gesetzliche Pflicht zur getrennten Erfassung. Vergleichbare Regelungen gelten auch für Elektro- und Elektronikaltgeräte sowie für gebrauchte Batterien und Akkumulatoren, die ebenfalls separat gesammelt werden müssen. Ein weiterer zentraler Bestandteil des Kreislaufwirtschaftsgesetzes ist das Prinzip der Produktverantwortung. Dieses ordnet die Verantwortung für Produkte über deren gesamten Lebenszyklus hinweg zu und soll Hersteller dazu anregen, langlebige, reparaturfreundliche und möglichst abfallarme Erzeugnisse zu entwickeln. Gleichzeitig trägt die Produktverantwortung dazu bei, eine umweltgerechte Verwertung oder Entsorgung nach dem Ende der Nutzungsphase sicherzustellen.

Zur Behandlung dieser umfangreichen Abfallmengen stehen verschiedene leistungsfähige Entsorgungs- und Verwertungsverfahren zur Verfügung. Die Entwicklung und Optimierung dieser Verfahren wurde und wird durch das Umweltbundesamt begleitet und gefördert. Abhängig von der jeweiligen Abfallart kommen unterschiedliche technische Behandlungsverfahren zum Einsatz. Insgesamt gilt die Abfallwirtschaft in Deutschland als technologisch sehr fortschrittlich. Vor diesem Hintergrund wird auch gezielt der internationale Austausch von Fachwissen sowie der Transfer moderner Technologien in andere Länder unterstützt und gefördert. Trotz gut ausgebauter Sammel- und Recyclingsysteme bleibt die Menge an erzeugtem Müll hoch. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Recycling allein nicht ausreicht, um das Müllproblem langfristig zu lösen. Es ist vielmehr ein grundlegendes Umdenken im Umgang mit Konsum und Ressourcen notwendig.[3]

Recycling in der Grundschule

Müllvermeidung als zentraler Bestandteil nachhaltiger Entwicklung

Müllvermeidung nimmt innerhalb der Abfallhierarchie eine Schlüsselrolle ein. Sie setzt bereits an, bevor Abfall überhaupt entsteht. Während Recycling und Abfalltrennung wichtige Maßnahmen darstellen, sind sie stets mit Energie- und Ressourcenaufwand verbunden. Jeder vermiedene Abfall reduziert also nicht nur das Volumen an Müll, sondern spart auch Rohstoffe, Energie und Transportwege.[4] Müllvermeidung bedeutet: bewusste Entscheidungen zu treffen, etwa beim Einkauf, bei der Nutzung von Produkten oder im alltäglichen Umgang mit Materialien.

Reduce, Reuse, Recycle

Das Konzept Reduce, Reuse, Recycle bildet die Grundlage moderner Abfall- und Nachhaltigkeitsstrategien.

  • Reduce steht dabei für das bewusste Vermeiden von Abfällen, etwa durch langlebige Produkte oder Mehrwegverpackungen.
  • Reuse beschreibt die mehrfache Nutzung von Gegenständen, bevor sie entsorgt werden.
  • Recycle schließlich meint die stoffliche Wiederverwertung von Materialien.[5]

Hinzu kommt das sogenannte Upcycling. Es stellt eine besonders wirkungsvolle Methode dar, um Müllvermeidung und Wiederverwendung erlebbar zu machen. Im Gegensatz zum industriellen Recycling bleibt das Material beim Upcycling im direkten Nutzungskreislauf und wird kreativ neu interpretiert.

Im Rahmen von Upcycling-Projekten kann gezeigt werden, dass Materialien wie Papier, Karton, Plastik oder Metall vielseitig einsetzbar sind. Upcycling macht Nachhaltigkeit sichtbar und greifbar, da das Ergebnis direkt genutzt oder verschenkt werden kann. Es bietet eine Möglichkeit die UNESCO Ziele zur nachhaltigen Entwicklung umzusetzen [6].

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Über die Autorin

Dr. Melanie Carina Schmoll

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