Nachhaltigkeit im Unterricht
Der Blog für BNE in der Schule

Zukunftsthema „Nachhaltigkeit“ in der schulischen Berufsorientierung

Umweltbewusstsein, soziale Gerechtigkeit, Verantwortung und nachhaltige Lebensweise sind wichtige Werte für Jugendliche. Das demonstriert das Engagement vieler von ihnen, zum Beispiel in der „Fridays for Future“-Bewegung und wird auch durch Studien wie „Zukunft? Jugend fragen!“ belegt. Allerdings ist nicht allen Jugendlichen bewusst, dass sie sich für Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit auch beruflich auf vielfältige Weise einsetzen können. Daher lohnt es sich, im Rahmen der schulischen Berufsorientierung gemeinsam mit den Jugendlichen grüne Dimensionen in der Berufswelt zu entdecken.

Jeder Beruf kann „grün“ sein

Grundsätzlich lässt sich in allen Berufsfeldern eine Vielzahl von Möglichkeiten ausfindig machen, in denen sich Menschen für Umwelt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit beruflich engagieren können. In einigen Branchen wie zum Beispiel Recycling und Abfallwirtschaft oder der Landwirtschaft ist der Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leicht erkennbar, in anderen Bereichen wie Architektur und Gebäudetechnik zunächst vielleicht weniger. Dabei kann jeder Beruf etwas „Grünes“ beinhalten. So lassen sich zum Beispiel durch die Arbeitgeberwahl oder die konkrete Gestaltung des Arbeitsalltags nachhaltige Ziele verwirklichen. Dazu können unter anderem der nachhaltige Umgang mit Ressourcen oder die bewusste Auswahl bestimmter Materialien bei der Produktentwicklung gehören. Allerdings ist es wichtig, dass wir die Jugendlichen darin unterstützen, sich ihrer eigenen beruflichen Gestaltungsmöglichkeiten bewusst zu werden.

Neue Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten

Zudem lassen sich viele neue Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten entdecken. Megatrends wie die Nachhaltigkeit beeinflussen die Berufswelt von heute und morgen enorm: Berufsbilder verändern sich oder fallen weg, neue Berufe kommen hinzu, wie zum Beispiel Klimaschutzmanager:in oder Solarteur:in. Dies spiegelt sich auch im Angebot an Ausbildungen und Studiengängen wider. In Eberswalde wurde sogar eine eigene Hochschule mit dem Namen „Hochschule für nachhaltige Entwicklung“ gegründet. Zudem gibt es an vielen Hochschulen neue Bachelor- und Masterstudiengänge, z. B. „Umweltwissenschaften“ oder „Global Environmental and Sustainability Studies“ an der Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana Universität Lüneburg.

Drei Linktipps zum Entdecken und Erleben der grünen Berufswelt

Wenn ihr euch im Internet auf die Suche nach Materialen und Angeboten macht, werdet ihr schnell feststellen, dass es eine Fülle von Seiten zum Thema „Nachhaltigkeit in der Berufswelt“ gibt. In diesem Beitrag möchte ich euch drei Angebote vorstellen, die sich für verschiedene Fächer und Einsatzmöglichkeiten anbieten.

Linktipp Nr. 1: Netzwerk Grüne Arbeitswelt

Die Internetseite „Netzwerk Grüne Arbeitswelt“ stellt einen guten Ausgangspunkt dar. Sie gibt nicht nur einen Überblick über verschiedene Berufsmöglichkeiten in den 16 Berufsfeldern, sondern bietet in der Rubrik „Material & Medien“ kostenloses Unterrichtsmaterial zum Download an. Das Material richtet sich vor allem an Klassen der Sekundarstufe I und lässt sich in einzelnen Fächern, aber auch fächerübergreifend einsetzen.

Interessant ist auch die Übersicht von „Test & Tools“ sowie „Games“, in der unter anderem kostenlose Planspiele und Apps vorgestellt werden.
Darüber hinaus gibt es einen bundesweiten Angebotskompass zu Suche nach möglichen Partnern und Akteuren, z. B. für Workshops.

Linktipp 2: Themenseite „Wirtschaft und Arbeitswelt“ auf „Umwelt im Unterricht“

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz stellt auf der Internetseite umwelt-im-unterricht.de regelmäßig neue Artikel und Unterrichtsmaterialien für unterschiedliche Klassenstufen und Lernniveaus zu verschiedenen Themen zur Verfügung. Die Themenseite „Wirtschaft und Arbeitswelt“ bietet unter anderem Unterrichtsvorschläge zu „Jobs für die Zukunft“ und „Wie die Arbeitswelt ‚grüner‘ wird“.

Linktipp 3: Social Entrepreneurship mit SEEd

SEEd steht für „Social Entrepreneuship Education“ und bietet verschiedene Formate, die Nachhaltigkeitsziele und Unternehmertum verknüpfen. Auf der Internetseite könnt ihr Unterrichtsmaterial kostenlos herunterladen, aber auch Workshops buchen. Die Workshops können zudem Beginn und Basis konkreter Nachhaltigkeitsprojekte sein, z. B. in Form einer Schülerfirma.

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Über die Autorin

Sandra Thomalla

Ich bin Lehrerin an einem bilingualen Gymnasium in Berlin und unterrichte die Fächer Deutsch, Geschichte, Studium & Beruf sowie den Kurs "Social Entrepreneurship". Außerdem koordiniere ich dort den Bereich Berufs- und Studienorientierung. Meine freie Zeit verbringe ich am liebsten am, im oder auf dem Wasser.

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