Die Produkte stammen überwiegend aus regionalem Anbau. Sie wachsen unter natürlichen Bedingungen und weisen daher im Regelfall eine günstige Umweltbilanz auf (Bundeszentrum für Ernährung). Die ökologische Bewertung von Lebensmitteln erfolgt in der Regel anhand von Lebenszyklusanalysen. In dieser Art der Bewertung werden Produktionsbedingungen, Transport, Lagerung und Verarbeitung berücksichtigt. Ein zentraler Indikator ist dabei der CO₂-Fußabdruck. Untersuchungen zeigen, dass die Emissionen bei der Erzeugung von Obst und Gemüse stark variieren können. Denn während Freilandprodukte relativ geringe Emissionen verursachen, kann der Energieeinsatz in beheizten Gewächshäusern den CO₂-Ausstoß um ein Vielfaches erhöhen. Beispielsweise können Tomaten aus beheiztem Anbau in Nordeuropa Emissionen von über 2 kg CO₂-Äquivalent pro Kilogramm verursachen. Die Freilandtomaten aus saisonalem Anbau liegen deutlich darunter (Umweltbundesamt).
Vorteile von saisonalen Lebensmitteln
Saisonale Lebensmittel zeichnen sich dadurch aus, dass sie unter natürlichen klimatischen Bedingungen wachsen und geerntet werden. Im Gegensatz dazu stehen Produkte, die außerhalb ihrer natürlichen Saison angeboten werden. Diese stammen häufig aus beheizten Gewächshäusern. Auch werden sie oftmals über lange Transportwege importiert. Solche Produktions- und Lieferketten sind meist mit einem erhöhten Energieaufwand verbunden und verursachen entsprechend höhere Treibhausgasemissionen (Umweltbundesamt). Transporte per Schiff oder Lkw sind im Vergleich zum Flugtransport deutlich weniger emissionsintensiv. Luftfracht hingegen verursacht besonders hohe Emissionen und wird häufig bei leicht verderblichen Produkten wie Beeren außerhalb der Saison eingesetzt. Dadurch verschlechtert sich deren Klimabilanz erheblich. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Produktionsbedingungen häufig einen größeren Einfluss auf die Gesamtbilanz haben als die Transportdistanz (Umweltbundesamt).
Der bewusste Konsum regionaler und saisonaler Produkte kann somit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Er unterstützt aber auch lokale landwirtschaftliche Betriebe und stärkt somit die regionale Wirtschaft. Es ist daher wichtig zu wissen, woher Lebensmittel stammen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden. Über den Saisonkalender des Bundeszentrums für Ernährung können mehr Informationen für jeden Monat eingeholt werden. Es ist auch wichtig, auf Herkunftskennzeichnungen zu achten (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft).
Neben den Treibhausgasemissionen ist auch der Ressourcenverbrauch ein wesentlicher Faktor in der Umweltbilanz von Lebensmitteln. Die landwirtschaftliche Produktion beansprucht große Flächen und erhebliche Mengen an Wasser. Insbesondere bewässerungsintensive Kulturen können in trockenen Regionen zu Wasserknappheit beitragen. Auch der Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln beeinflusst die Umweltbilanz, denn sie bringen Nährstoffeinträge in Böden und Gewässer.
Vermeidung von Lebensmittelverschwendung
Nachhaltigkeit heißt aber nicht nur saisonale Lebensmittel zu kaufen. Ein zentrales Problem entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist die Lebensmittelverschwendung. In Deutschland beläuft sich das jährliche Aufkommen an Lebensmittelabfällen auf etwa 11 Millionen Tonnen. Der größte Anteil entfällt mit rund 59 % auf private Haushalte, gefolgt von Verarbeitung, Gastronomie und Handel (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft). Pro Kopf entspricht dies etwa 78 Kilogramm jährlich.
Häufig handelt es sich dabei um noch genießbare Lebensmittel. Sie werden aufgrund falscher Lagerung, Überproduktion oder mangelnder Planung weggeworfen. Um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, ist neben einer guten Planung auch die Nutzung von Lebensmittelresten hilfreich. Eine solche Restverwertung reduziert nicht nur den Abfall und die Lebensmittelverschwendung, sie führt auch zu einer größeren Wertschätzung von Lebensmitteln und deren Produktionsaufwand (WWF). Neben den genannten Folgen entstehen durch die Verschwendung und den Abfall aber auch unnötige Treibhausgasemissionen. Das liegt daran, dass Ressourcen für Produktion, Transport und Lagerung aufgewendet wurden, ohne dass die Lebensmittel konsumiert werden.
Abfallvermeidung
Ein weiterer relevanter Aspekt ist das Verpackungsaufkommen im Lebensmittelsektor. In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch an Verpackungen bei über 220 Kilogramm jährlich. Hierbei machen Lebensmittelverpackungen einen bedeutenden Anteil aus (Umweltbundesamt). Insbesondere Einwegkunststoffe tragen zur Umweltbelastung bei. Sie werden oftmals nur kurz genutzt, verbleiben aber über lange Zeiträume in der Umwelt oder müssen energieaufwendig recycelt werden. Vorverpackte Lebensmittel und stark verarbeitete Produkte weisen daher ein höheres Verpackungsaufkommen auf als unverarbeitete oder frisch zubereitete Alternativen. Das erhöhte Müllaufkommen kann ebenfalls durch bessere Planung vermieden werden. Selbst zubereitete Snacks bieten auch hier eine nachhaltige Alternative. Sie können in wiederverwendbaren Behältnissen wie Brotdosen oder Mehrwegverpackungen verpackt werden (Umweltbundesamt).
Gesundheitliche Vorteile
Auch aus ernährungsphysiologischer Perspektive bestehen Unterschiede zwischen frischen, saisonalen Lebensmitteln und stark verarbeiteten Produkten. Frisches Obst und Gemüse liefern wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Sie sind für eine ausgewogene Ernährung von Bedeutung. Auch die Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe haben gesundheitsfördernde Effekte. Industriell hergestellte Snacks kennzeichnen demgegenüber hohe Gehalte an Zucker, Salz und gesättigten Fettsäuren. Vor allem Zucker scheint in Deutschland ein Problem zu sein: Die Verbraucherzentrale NRW berichtet z. B., dass laut der Nationalen Verzehrstudie II Erwachsene in Deutschland durchschnittlich etwa 13 bis 14 % ihrer Tagesenergie aus Zucker aufnehmen. Das ist deutlich mehr als die empfohlenen maximal 10 % der WHO. Bei Kindern liegen die Werte noch höher, nämlich bei etwa 16,3 % der aufgenommenen Energie (Verbraucherzentrale NRW).
Zusammenfassend lässt sich also feststellen, dass saisonale und regional erzeugte Lebensmittel in mehrfacher Hinsicht Vorteile aufweisen. Diese Lebensmittel verursachen in der Regel geringere Treibhausgasemissionen, benötigen weniger Ressourcen, sind mit geringeren Verpackungsmengen verbunden und bieten ernährungsphysiologische Vorteile. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass nachhaltige Ernährung ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren ist. Produktionsbedingungen, Konsumverhalten und Umgang mit Lebensmitteln müssen gleichermaßen berücksichtigt werden.
Saisonale Ernährung als Thema im Unterricht
Wie regionale und saisonale Lebensmittel auch in der Schule für nachhaltige Pausensnacks einfach und umweltfreundlich zubereitet und genutzt werden können, kann mit dem nachfolgenden Arbeitsblatt „Der Mai auf dem Teller – Nachhaltige Pausensnacks“ behandelt werden. Der Mai bringt viele frische, regionale Lebensmittel. Diese Zutaten eignen sich hervorragend, um den Umgang mit Lebensmitteln und das eigene Konsumverhalten zu überdenken und neu auszurichten.







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