Der Klassenrat in allen Jahrgangsstufen
Der Klassenrat spielt eine entscheidende Rolle als demokratiepädagogisches Instrument in allen Jahrgangsstufen. Er ermöglicht Lernenden, Demokratiekompetenz durch aktive Beteiligung, Verantwortungsübernahme und demokratische Aushandlungen zu erlernen. Die Klassenratssitzungen dienen nicht nur in der Grundschule, sondern auch an weiterführenden Schulen als bedeutendes Werkzeug zur praktischen Erfahrung von Demokratie. Mit steigenden Jahrgangsstufen variieren die Themen zunehmend, doch das Grundprinzip bleibt bestehen – „der Klassenrat ist die Zeit der Schüler:innen“. Hier bestimmen sie, was beraten, diskutiert und entschieden wird. Wenn ihr den Klassenrat noch nicht kennt, empfehlen wir, einen Blick in die Praxishilfen der DeGeDe zu werfen: www.klassenrat.org.
Diskriminierungskritik in der Schule
Schule ist ein Ort, an dem sich verschiedene Wertsysteme, Lebensweisen, Ideale und Meinungen begegnen. Wenn diese aufeinandertreffen, ist es unausweichlich, dass es auch zu Diskussionen und Auseinandersetzungen sowie einer Reproduktion von gesellschaftlicher Marginalisierung und Diskriminierung kommt. Die Frage ist, wie können Diskriminierung und Diskriminierungserlebnisse in der Schule sensibel besprechbar gemacht und ihre Reproduktion vermieden werden?
Das Material der DeGeDe bietet Unterstützung, den Klassenrat diversitätssensibel zu gestalten und anzufangen, sich mit Diskriminierungskritik auseinanderzusetzen. Eine demokratische Grundhaltung macht uns nicht automatisch diskriminierungskritisch. Diskriminierungskritik muss als aktive Praxis erlernt und geübt werden. Daher ist Diskriminierungskritik ein kreativer und lebenslanger Lern- und Reflexionsprozess. Das Material schlägt verschiedene Themen vor, die im Klassenrat einbezogen und besprochen werden können. So kann gemeinsam oder auch im Privatleben geübt werden, sich diskriminierungskritisch zu verhalten.
Materialvorstellung
Die Materialien zum „Diskriminierungskritischen Klassenrat“ bestehen aus einem Magazin und Praxistipp-Karten und bieten dabei Unterstützung, den Klassenrat diversitätssensibel zu gestalten und Diskriminierungskritik als aktive Praxis zu fördern. Das Magazin bietet einen Überblick über diskriminierungskritische Grundlagen und gibt praxisnahe Anregungen zur Umsetzung. Dabei werden bekannte Klassenratsthemen um diskriminierungskritische Perspektiven ergänzt, demokratiepädagogische Themen angesprochen und neue Themen vorgeschlagen. Die Praxistipp-Karten sind eine Ergänzung zum Magazin und bieten ein niedrigschwelliges Angebot, um den Dialog über diskriminierungskritische Themen im Klassenrat anzuregen.
Magazin
Das Magazin „Diskriminierungskritischer Klassenrat. Praxisheft zur diskriminierungssensiblen Weiterentwicklung des Klassenrats“ richtet sich an Lernende, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie alle am Thema Interessierten. Es kann im DeGeDe-Shop kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden.
Das einleitende Kapitel „Demokratisch bedeutet auch diskriminierungskritisch“ gibt einen kurzen Überblick über die Begriffe: demokratisch, Diskriminierung, Diskriminierungskritik und diversitätssensibel, mit Bezug zum Klassenrat. Alle anderen Kapitel sind so angelegt, dass sie unabhängig voneinander gelesen werden können. Falls ihr neu in der Thematik seid, kann zu Beginn auch ein Blick ins Glossar interessant sein. Viele diskriminierungsrelevante Begriffe und Konzepte gibt es hier zum Nachschlagen. Um möglichst viele Menschen abzuholen, sind zahlreiche Begriffe im Glossar mit QR-Codes zu verlinkten YouTube-Videos ergänzt.
Im Material werden u.a. bekannte Klassenratsthemen um diskriminierungskritische Perspektiven erweitert, wie z. B. in den Kapiteln zu Ritualen oder Regeln. Das Kapitel zu alternativen Abstimmungsverfahren ist der Demokratiepädagogik entlehnt und schlägt vor, für Entscheidungsfindungen auch Alternativen zum Mehrheitsentscheid zu nutzen. In den Kapiteln zu diskriminierungssensibler und gendergerechter Sprache sowie verschiedenen Identitäten werden Fragen zu Selbst- und Fremdbezeichnungen aufgeworfen und auch das Thema Grenzen angesprochen. Wer definiert, wer ich bin? Welche Begriffe verletzen mich? Welche Begriffe verletzen andere? Solche und viele weitere Fragen werden am Ende jedes Kapitels in den Praxistipps aufgeworfen.
In den abschließenden Kapiteln werden praktische Ideen für die Klassenratsstruktur vorgestellt. Nonverbale Reaktions-Vereinbarungen können bspw. dabei helfen, spontane Bedürfnisse zu kommunizieren. Buddy-Systeme und die Doppelbesetzung von Rollen unterstützen auch Kinder und Jugendlichen im Klassenrat, denen Beteiligung schwerer oder noch schwerfällt.
Praxistipp-Karten
Die Praxistipp-Karten sind eine Ergänzung zum Magazin und können ebenfalls kostenlos im DeGeDe-Shop bestellt werden. Sie bieten in kompaktem A6-Format diskriminierungskritische Themen für die Klassenratsagenda und dienen als niedrigschwelliges Angebot, um den Dialog über diskriminierungskritische Themen anzuregen und zu erleichtern. Auf der Vorderseite der Karten steht immer ein diskriminierungskritisches Thema, ein kleiner Text oder eine Abbildung, die als Gesprächsanlass genutzt werden können. Auf der Rückseite gibt es eine kurze Erklärung und einen Praxistipp, wie im Klassenrat darüber gesprochen werden kann.
Der Diskriminierungskritische Klassenrat. Praxisheft zur diskriminierungskritischen Weiterentwicklung des Klassenrats sowie die dazugehörigen Praxistipp-Karten wurden entwickelt vom DeGeDe -Teilbereich Diskriminierungskritische Schulentwicklung im Kompetenznetzwerk Demokratiebildung im Jugendalter. Das „Kompetenznetzwerk Demokratiebildung im Jugendalter“ wird im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.
Gedruckt wurden die Materialien mit freundlicher Unterstützung des Ernst Klett Verlags.








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